Was ist Prop Trading?
Prop Trading, kurz für Proprietary Trading, heißt Handel mit dem Kapital einer Firma statt mit dem eigenen. Du bestehst eine Prüfung, die sogenannte Challenge, und handelst danach ein Konto der Firma. Vom Gewinn behältst du einen vereinbarten Anteil, üblicherweise 80 bis 90 Prozent. Den Verlust trägt die Firma.
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Investmentbanking, wo Abteilungen mit Eigenkapital des Hauses handelten. Was heute im Netz als Prop Trading beworben wird, ist etwas anderes: Anbieter, die gegen eine Gebühr Zugang zu einem simulierten oder realen Konto verkaufen und die Auszahlung an Regeln knüpfen.
Dieser Unterschied ist keine Wortklauberei. Er bestimmt, worauf du beim Vergleich achten musst, denn dein Ergebnis hängt weniger vom Kapital ab als von den Bedingungen, unter denen du es behalten darfst.
Wie funktioniert eine Prop Trading Challenge?
Fast jeder Anbieter verkauft dasselbe Grundprodukt in Varianten. Du zahlst eine einmalige Gebühr für ein Konto einer bestimmten Größe und musst darauf ein Gewinnziel erreichen, ohne zwei Verlustgrenzen zu reißen.
Die drei Modelle
- Zwei Phasen: Die klassische Challenge. Erst ein Gewinnziel, dann ein zweites, niedrigeres in der Verifizierung. Danach das Konto.
- Eine Phase: Ein einziges Ziel, dafür meist engere Verlustgrenzen oder eine Konsistenzregel.
- Instant Funding: Kein Ziel und keine Prüfung. Du zahlst und handelst sofort, zahlst aber mit strengeren Regeln und oft einer niedrigeren Gewinnbeteiligung.
Die Regeln, die tatsächlich entscheiden
- Gewinnziel: Was du erreichen musst, bei zwei Phasen die Summe aus beiden.
- Maximaler Verlust: Der Gesamtpuffer. Reißt du ihn, ist die Challenge vorbei.
- Tagesverlust: Dieselbe Regel für einen einzelnen Tag, und die häufigste Ursache für ein gescheitertes Konto.
- Konsistenzregel: Begrenzt, welchen Anteil des Gewinns ein einzelner Tag ausmachen darf. Schließt Strategien mit wenigen großen Tagen faktisch aus.
- Drawdown-Berechnung: Ob der Puffer statisch bleibt oder mit dem Kontostand mitwandert. Ein trailing Drawdown ist deutlich strenger als ein statischer, bei identischer Prozentzahl.
Die letzten beiden Punkte stehen selten im Preisvergleich und entscheiden trotzdem häufiger über das Ergebnis als die Gebühr. Genau deshalb ist jede Challenge in unserem Vergleich mit allen erfassten Regeln aufklappbar, nicht nur mit Preis und Kontogröße.
Was kostet Prop Trading?
Die Gebühr richtet sich nach der Kontogröße. In unserem Datenbestand reicht sie von 19 US-Dollar für ein kleines Konto bis knapp 6.000 für die größten, bei Kontogrößen zwischen 1.000 und 1.000.000 US-Dollar. Viele Firmen erstatten die Gebühr mit der ersten Auszahlung.
Rabattcodes sind in dieser Branche Dauerzustand statt Aktion. Wir vergleichen deshalb grundsätzlich zum Listenpreis ohne Rabatt: ein Preis, der bei jedem Anbieter eine andere, ständig wechselnde Aktion enthält, ist keine Vergleichsgrundlage. Was an Rabatten und Cashback tatsächlich zu holen ist, steht getrennt davon bei den Coupons und Credits.
Woran du einen brauchbaren Anbieter erkennst
Der Markt ist jung, und ein Teil davon verschwindet wieder. Vier Prüfpunkte, bevor du zahlst:
- Firmensitz und Rechtsform: Wer nicht sagt, welche juristische Person das Konto führt und in welchem Land sie sitzt, sagt auch nichts darüber, wohin du dich bei einer verweigerten Auszahlung wendest.
- Auszahlungshistorie: Belegte Auszahlungen sind das einzige harte Signal dafür, dass das Geschäftsmodell trägt.
- Vollständige Regeln vor dem Kauf: Fehlende Angaben zu Konsistenzregel oder Drawdown-Berechnung sind kein Zeichen dafür, dass es die Regel nicht gibt.
- Plattform und Instrumente: Ob dein Setup dort überhaupt handelbar ist, entscheidet sich vor dem Kauf, nicht danach.
Wir führen Firmensitz und Rechtsform je Anbieter, weil kaum ein Vergleichsportal das tut und weil es die Frage beantwortet, die im Ernstfall zählt.
Prop Trading in Deutschland: Steuern und Gewerbe
Prop Trading ist in Deutschland erlaubt. Die offenen Fragen sind steuerlicher und gewerberechtlicher Natur, nicht aufsichtsrechtlicher: Du handelst kein fremdes Kundengeld, sondern erbringst eine Leistung gegen Gewinnbeteiligung.
Daraus folgen drei Themen, die praktisch jeden betreffen, der regelmäßig Auszahlungen erhält: die Einordnung der Einkünfte, die Frage nach der Gewerbeanmeldung und das Risiko der Scheinselbständigkeit bei nur einem Auftraggeber. Wir behandeln sie ausführlich in eigenen Ratgebern.
Das ist keine Steuerberatung. Für die verbindliche Einordnung deines Falls brauchst du jemanden mit Zulassung.
